Eine eigene „Trinkwasserverordnung 2026“ gibt es nicht. Maßgeblich ist die Neufassung der TrinkwV vom 20. Juni 2023 (BGBl. 2023 I Nr. 159), in Kraft seit dem 24. Juni 2023. Sie setzt die EU-Trinkwasserrichtlinie 2020/2184 um und enthält Übergangsfristen, von denen mehrere im Januar 2026 abgelaufen sind oder wirksam wurden. Eine weitere Änderung, mit der die Legionellen-Empfehlungen des Umweltbundesamts verbindlich werden sollen, ist angekündigt, aber bisher nicht verkündet.
Für Betreiber von Trinkwasserinstallationen in Mehrfamilienhäusern bedeutet jede dieser Fristen konkrete Pflichten und Handlungsbedarf.
Der verschärfte Blei-Grenzwert
Für Bestandsgebäude ist die folgenreichste Regelung § 17 Abs. 1 TrinkwV: Trinkwasserleitungen und Teilstücke aus Blei mussten bis zum 12. Januar 2026 vollständig entfernt oder stillgelegt werden. Das ist eine unmittelbare Handlungspflicht des Betreibers und keine Ableitung aus einem Grenzwert. Der Grenzwert für Blei liegt weiterhin bei 0,010 mg/l und sinkt erst zum 12. Januar 2028 auf 0,005 mg/l (Anlage 3 Teil I TrinkwV).
Erweiterte Untersuchungspflichten
Die regelmäßige Legionellenuntersuchung nach § 31 TrinkwV trifft nicht jedes Gebäude mit zentraler Warmwasserbereitung. Sie greift, wenn Trinkwasser im Rahmen einer öffentlichen oder gewerblichen Tätigkeit - also etwa durch Vermietung - abgegeben wird, eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung vorliegt (Speicher- oder zentraler Durchfluss-Trinkwassererwärmer über 400 Liter oder mehr als 3 Liter Inhalt in mindestens einer Leitung zwischen Erwärmer und Entnahmestelle) und Duschen oder andere Aerosolbildner vorhanden sind. Ein- und Zweifamilienhäuser sowie ausschließlich selbst genutzte Gebäude sind ausgenommen. Der Turnus beträgt bei gewerblicher Tätigkeit drei Jahre, bei öffentlicher Tätigkeit ein Jahr.
PFAS: neuer Summenwert seit Januar 2026
Seit dem 12. Januar 2026 gilt für die Summe von 20 per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS-20) ein Grenzwert von 0,1 Mikrogramm je Liter; ab dem 12. Januar 2028 kommt für vier besonders relevante Stoffe (PFAS-4) ein Wert von 0,02 Mikrogramm je Liter hinzu (Anlage 2 TrinkwV). Die Einhaltung prüft in erster Linie der Wasserversorger. Für Gebäudebetreiber ist der Wert nur dann relevant, wenn eine eigene Wassergewinnung oder eine Aufbereitung im Gebäude betrieben wird.
Was Betreiber jetzt tun sollten
- Prüfen Sie, ob Ihr Gebäude Bleileitungen enthält.
- Stellen Sie sicher, dass Ihre Legionellenuntersuchungen auf dem aktuellen Stand sind.
- Lassen Sie die Dokumentation Ihrer Trinkwasseranlage aktualisieren.
- Wenn bei der letzten Untersuchung der Maßnahmenwert überschritten wurde, zögern Sie nicht mit der Gefährdungsanalyse.
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