Bleirohre austauschen: Was Eigentümer und Verwalter 2026 wissen müssen

Mit der Absenkung des Blei-Grenzwerts in der TrinkwV wird die Toleranz gegenüber Bleirohren faktisch auf null gesetzt.

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Bleileitungen in der Trinkwasserinstallation sind ein Relikt der Vergangenheit - aber eines, das in vielen Bestandsgebäuden noch immer verbaut ist. Mit der Absenkung des Blei-Grenzwerts auf fünf Mikrogramm pro Liter wird die Toleranz gegenüber Bleirohren faktisch auf null gesetzt.

Warum Bleirohre ein Problem sind

Blei ist ein Schwermetall, das bereits in geringen Konzentrationen gesundheitsschädlich ist. Die Weltgesundheitsorganisation hält keinen Bleiwert im Trinkwasser für unbedenklich.

Wer ist betroffen?

Bleileitungen wurden in Deutschland bis 1973 verbaut. Wenn Ihr Gebäude vor 1973 errichtet wurde und die Trinkwasserleitungen seitdem nicht vollständig erneuert wurden, kann noch Blei vorhanden sein - sicher ist das nicht, weil schon vorher häufig Kupfer oder verzinkter Stahl eingesetzt wurde. Gebäude ab Baujahr 1973 sind nicht betroffen.

So gehen Sie vor

  1. Prüfen Sie den Bestand: Sind Bleileitungen in Ihrem Gebäude vorhanden?
  2. Beauftragen Sie im Zweifelsfall eine Trinkwasseranalyse auf den Parameter Blei.
  3. Falls Bleileitungen identifiziert werden, lassen Sie den Umfang durch eine unabhängige Beratung bewerten.
  4. Erst dann: Angebote einholen - auf Basis einer sauberen Planung.

Lesen Sie auch: Trinkwasserverordnung 2026: Wichtige Änderungen für Gebäudebetreiber

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Häufige Fragen

Sind Bleirohre für Trinkwasser noch erlaubt?
Nein. Nach § 17 Abs. 1 TrinkwV mussten Trinkwasserleitungen und Teilstücke aus Blei bis zum 12. Januar 2026 vollständig entfernt oder stillgelegt werden; diese Frist ist abgelaufen. Verlängerungen sind nur in engen Ausnahmen vorgesehen: § 17 Abs. 2 bei nachgewiesenem Kapazitätsengpass eines vor dem Stichtag beauftragten Installationsunternehmens und § 17 Abs. 3 für selbst genutzte Ein- und Zweifamilienhäuser (bis 12. Januar 2036, mit Zustimmung des Gesundheitsamts). Für vermietete Mehrfamilienhäuser greifen diese Ausnahmen in aller Regel nicht.
Welcher Blei-Grenzwert gilt für Trinkwasser?
Der Grenzwert für Blei liegt nach Anlage 3 Teil I TrinkwV bei 0,010 mg/l (10 µg/l); erst ab dem 12. Januar 2028 gilt der abgesenkte Wert von 0,005 mg/l (5 µg/l). Für Bleileitungen kommt es auf den Grenzwert aber gar nicht an: Nach § 17 Abs. 1 TrinkwV mussten Trinkwasserleitungen und Teilstücke aus Blei bereits bis zum 12. Januar 2026 vollständig entfernt oder stillgelegt werden.
Woran erkenne ich Bleirohre im Gebäude?
Bleileitungen findet man vor allem in Gebäuden mit Baujahr vor 1973. Sie sind weich, mattgrau, lassen sich mit einem Schlüssel oder Messer leicht ankratzen (silbrig glänzende Kratzspur) und geben beim Klopfen einen dumpfen Klang. Im Zweifel hilft eine Wasseranalyse oder die fachkundige Begehung der Installation.
Was kostet der Austausch von Bleirohren?
Die Kosten hängen von Länge, Verlauf und Zugänglichkeit der Leitungen ab. In der Praxis lohnt es sich häufig, den Bleirohr-Austausch mit einer ohnehin anstehenden Strangsanierung zu verbinden, weil dann Wand- und Bodenöffnungen nur einmal anfallen. Eine belastbare Kostenschätzung entsteht nach Bestandsaufnahme.

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